Auf den Spuren der legendären Grand Boucle, der Tour de France, gibt es seit 2013 auch in Kärnten eine mehrtägige Rundfahrt, die Tour de Kärnten. Diese ist im Gegensatz zu der Tour de France, die nur für mit teilweise medizinisch fragwürdigen Methoden behandelten Profis zugänglich ist, für Jederfrau und Jedermann bestreitbar. Für die beiden Einzelfahren, einmal flach, einmal Berg, kann man sich auch als Einzelstarter anmelden. Nachdem Christian Müller aufgrund hartnäckiger Verletzung dieses Jahr fast nur am Rad trainieren konnte und ich auch immer wieder einmal Lust verspüre, etwas am Rad zu machen und die Form auch dann und wann zu überprüfen, entschlossen wir uns, am Bergzeitfahren auf die Gerlitzen mit 12,9 km und 1250 Höhenmetern teilzunehmen. Die Anmeldegebühr war mit 63 € pro Kopf eigentlich schon fast eine Frechheit, vor allem wenn man bedenkt, dass im Startersackerl nur die Startnummer enthalten war (der Shuttleservice ins Tal entschädigte dafür etwas).

Christian hatte sich in der Vorwoche eine leichte Verkühlung zugezogen und spekulierte aufgrund des mäßig angesagten Wetters mit einer Absage. Ich studierte jeden Tag emsig den Wetterbericht und hoffte auf halbwegs gnädige Verhältnisse. Da der Regen am Renntag zwar andauernd, aber nicht allzu stark vom Himmel schüttete, entschloss sich Christian doch zur Teilnahme, wahrscheinlich auch, um sich meiner Sticheleien, dass er ein 'Schönwettersportler' sei, nicht anhören zu müssen. Nach der Einschreibkontrolle und einem Kaffee mit den Glanegger Haxen wärmte ich mich aufgrund des Regens eher kurz auf. Die Teilnehmer wurden ab 9 Uhr im 30-Sekunden-Intervall abgelassen, wir als Einzelstarter zuerst, dann die Damen der Gesamtwertung in gestürzter Reihenfolge und schließlich die Männer. So startete Christian um 9:00:30 und ich eine Minute darauf, mit Kurt Cottogni in bestechender Form dazwischen. Das Rennen wurde aufgrund der Witterungsverhältnisse auf immer noch knackige 9 Kilometer und 900 Höhenmeter verkürzt, was die Teilnehmer je nach Form mehr oder weniger störte; mich aufgrund der fehlenden Trainingsberge kaum, Christian wirkte auch nicht sehr beleidigt.

Nach kurzem Herumrudern hatte ich mich auch in die Klickpedale reingedrückt und der Spaß konnte beginnen. Die ersten paar hundert Meter stiegen noch recht moderat und so konnte ich die fehlenden Minuten vom Aufwärmen gleich nachholen. Spätestens nach 500 Metern war der Spaß aber vorbei und die durchgehend nicht nachlassende Steigung begann. Die fuhr sich aber gar nicht so schlecht, da sich einige steile Rampen mit etwas 'flacheren' Abschnitten abwechselten. Über die fein nummerierten Kehren konnte ich so recht schnell einen guten Rhythmus finden, lediglich die Kraft für permantetes Drücken im Wiegetritt fehlte mir etwas. Meine dankbare Übersetzung von 34/28 machte sich bezahlt, Christian hatte mit seiner 39/27-Heldenkurbel doch etwas Probleme. Phasenweise konnte man durch die aufgerissene Wolkendecke sogar den Ossiacher See sehen und das traumhafte Panorama erahnen. Der Regen und die Temperaturen störten überhaupt nicht, das Laktat in den Beinen wärmte mich genügend auf. Lediglich bei der Mautstation nach 6 Kilometern konnte man etwas nachlassen, sonst blieb die Steigung durchgehend umbarmherzig. Ich rechnete mit einem einsamen Rennen, da die anderen Einzelstarter vor mir auf den Weg geschickt wurden und ich hoffte, dass mir die später gestarteten Damen nicht durch lockere Überholmanöver das Selbstvertrauen zertrümmern wollten.

2 Kilometer vor dem Ziel konnte ich jedoch Christian vor mir in Sichtweite entdecken. Eigentlich wollte ich das Rennen schon eher 'gemütlich ausklingen' lassen, doch so stellte ich den Drehzahlbegrenzer noch 10 Schläge höher und versuchte, mich Meter für Meter näher an Christian heranzuarbeiten. 200 Meter vor dem Ziel konnte ich ihn dann schnappen und in 42:40 (12,5 km/h) über die Zielline rollen - komplett abgekämpft aber glücklich mit der Top-Leistung. Hochgerechnet hätte das immerhin 1280 Höhenmeter pro Stunde ergeben und die ungefähr berechnete Wattleistung hat immerhin 307 Watt betragen!

Christian hatte das gesamte Rennen mit der Luft zu kämpfen und hätte, wie er sagt, wohl aufgegeben, wenn die Wechselwäsche nicht im Ziel gewartet hätte. Diese war auch bitter nötig bei Temperaturen um die 3° C. Das Ziel war am Anfang etwas schlecht markiert und so fuhr Kurt Cottogni gleich daran vorbei und verlor ein paar Minuten. Bei uns war die Straße dann schon abgesperrt. Auch die Zeitnehmung kam etwas durcheinander, Christian wurde mit 5 Minuten Rückstand auf mich gewertet obwohl er maximal eine Minute und ein paar Zerquetschte verloren hatte. Christian sah das aber mit Humor und hoffte, das das Pech bei Radrennen mit der Zeitnehmung ein gutes Omen für sein baldiges Lauf-Comeback sein könnte. Bei Kaffee und Dinkel-Gebäck wurde das Rennen noch analysiert und der gemütliche Teil des Pfingstwochenendes eröffnet.

Mit der Leistung von heute hoffe ich auch, dass ich mich endlich für ein Fischer-Radtrikot qualifiziert habe. Heute konnte sich die Kärntnermilch über Gratiswerbung freuen ;-)

Ergebnisse: http://www.tourdekaernten.at/?page_id=5985

Bericht: Norbert Zeppitz

Die LG Südkärntner Manuela Zeppitz, Marijan Kezar, Klaus Pfeiffer und Reinhold Pototschnik starteten heut beim wunderschönen Diexer Panoramalauf (10,9 km und ca. 800 HM), veranstaltet vom Boso Running Team. 

Um es kurz zu halten hier die wichtigsten Zahlen/Daten/Fakten :-)

Manuela Zeppitz, Zeit 1:22:00, 3. W30

Reinhold Pototschnik, Zeit 1:01:11, 2. M50

Marijan Kezar, Zeit 1:16:46, 3. M30

Klaus Pfeiffer, Zeit 1.18:17, 15. M35

Ansonsten ein super organisierter Lauf mit gut gefülltem Startsackerl, abwechslungsreicher Strecke und gemütlichem Ambiente im Ziel.

 

 Heute um 14 Uhr fand zum zweiten Mal der wunderschöne Glantaler Wasserweglauf statt. Trotz der anfangs gegebenen Kälte und Diskussion darüber, was die beste Wahl der Kleidung ist, standen die drei LGSler Manuela Zeppitz, Marijan Kezar und Klaus Pfeiffer mit voller Motivation am Start.

Allen voran lief Klaus Pfeiffer ein tolles Rennen, dies obwohl er noch von voriger Woche den Halbmarathon in Wien, mit einer Zeit von 1:46 in den Beinen hatte: „Ich habe heute wirklich alles gegeben und bin sehr zufrieden mit meiner Zeit. Das hätte ich mir nicht gedacht, nachdem ich diese Woche sogar noch kränklich war“. Stolz erreichte er als 12. in seiner Altersklasse mit einer Zeit von 57:56 das Ziel.

Kezar Marijan nutzte den Berglauf als Formtest, da er leider heuer krankheitsbedingt länger pausieren musste: „Ich ging eher vorsichtig in das Rennen, da ich selbst nicht wusste wie fit ich bin. Ich denke ich konnte trotzdem viel herausholen und bin jetzt total zuversichtlich für die kommenden Läufe.“ Mit einer Zeit von 59:45 erreichte er als 6. in seiner Altersklasse, fast gemeinsam mit Manuela, das Ziel.

 

 Manuela Zeppitz nutzte ihr erstes Rennen nach dem Sahara-Marathon ebenfalls zur Formüberprüfung: Ich wollte die ersten 4 km eigentlich kontrollierter angehen, was bei den schmalen Abschnitten aber kaum möglich war, da die Gruppe mich mitgezogen hat. So musste ich durchwegs am Limit laufen und konnte die schöne Strecke kaum genießen.“ Diese Vorgehensweise brachte ihr immerhin mit einer Zeit von 59:49 den 1. Platz in ihrer Altersklasse.

Ein großes Lob muss auch wirklich an den Veranstalter Multi Sport Kärntengehen, für den perfekt organisierten Lauf, die tollen Preise und die gemütliche Atmosphäre!!!

Bericht: Manuela Zeppitz

Die Preise... einfach lecker :-)

Manuela Zeppitz mit ihren gut gelaunten Club261 Girls:

 

 

 

Norbert Zeppitz als 5. Gesamt und 3. in seiner Altersklasse mit einer Wahnsinnszeit von 42:13.

Manuela Zeppitz wurde mit einer Zeit von 52:58 gesamt 2. und 1. in der Altersklasse.

Klaus Pfeiffer wurde mit einer sehr schnellen Zeit von 48:49 6. in der Klassenwertung.

ERGEBNISLISTE unter http://laengseelauf.jimdo.com/einladung-l%C3%A4ngseelauf-2015/

 

 

Norbert Zeppitz, der für seine extremen Läufe bereits bekannt ist, fand für das Vorhaben in der Sahara zu laufen gleich zwei begeisterte Anhänger aus dem Verein der LG Südkärnten, Andrea Knafl und Manuela Zeppitz (mit am Bild unser Zimmerkollege und Freund Jörg Preuß).

Vorerst war es der aufregende Gedanke mitten durch die Wüste zu rennen und die Herausforderung der glühenden Hitze und dem sandigen Untergrund zu bewältigen. Erst als wir im Flüchtlingslager der Saharawis bei unserer Gastfamilie sehr freundlich empfangen wurden stand für uns fest, dass der Marathon nicht nur eine persönliche Herausforderung, sondern auch der Solidarität gegenüber dem Saharawi-Volk dienen soll. Der Sahara Marathon ist ein internationales Sportevent um auf die Konfliktsituation der Westsahara mit Marokko Aufmerksam zu machen. Nähere Informationen findet man unter www.saharamarathon.org.

Der Startschuss fiel am 24.02.2015 untypisch für das sehr gemütliche Volk sehr pünktlich um 09:30 Uhr. Die Stimmung war grandios … einheimische Frauen feuerten uns mit ihren schrillen Lauten an und Kinder versuchten so weit wie möglich mitzulaufen. Lange hielt diese Stimmung jedoch nicht, denn wir liefen direkt in die Wüste, wo uns nur mehr der Ausblick auf die steinige und lebenskarge, jedoch wunderschöne Wüste gegeben war. Bei nur 119 Marathonläufern zog sich das Feld relativ schnell in die Breite und man lief sehr einsam.

Norbert Zeppitz, der Monate zuvor den Marathon in Grönland gewann, lieferte eine super erste Halbzeit mit einer Zeit von 1:33. Auf der zweiten Hälfte machte die Hitze unserem Eisbären jedoch gewaltig zu schaffen. „Ich hatte selten bei einem Marathon so zu kämpfen, durch die Hitze musste ich in der zweiten Hälfte das Tempo drosseln.“ Doch sein Ergebnis ist mehr als annehmbar, er erreichte als 12. Mann mit einer Zeit von 3:24:07 das Ziel. Gratulation unserem wüstentauglichen Eisbärli Norbert.

Andrea Knafl lief bereits im Nachbarland in Marrakesch einen Marathon, jedoch hatte auch sie während des Marathons in der Wüste mit mentalen Problemen zu kämpfen. „Als ich bei der Hälfte angelangt war und auf die Uhr blickte, dachte ich mir, dass die Wüste nie ein Ende nimmt. Ein paar Kilometer später traf ich unseren Zimmerkollegen Jörg, dadurch besserte sich die Situation, da ich wen zum Rede hatte.“ Mit einer grandiosen Zeit von 5:25:43 erreichte sie gemeinsam mit Jörg sichtlich erleichtert das Ziel.

Manuela Zeppitz startete mit voller Motivation ins Rennen. Die Hitze schien für Manuela weniger das Problem zu sein, als der sandige und kraftraubende Untergrund. „Zum Glück gab mir Peter Stern vorher noch ein paar Tipps, um mich mental am Ball zu halten, ansonsten wäre ich sicherlich bei der ein oder anderen Düne, die sich meterhoch vor einem aufgetan hat, verzweifelt.“ Manuela erreichte ebenfalls sichtlich erleichtert nach einer Zeit von 4:33:39 als 4. Frau das Ziel.

Der Marathon selbst und die ganze Woche bei den Einheimischen zu leben, war eine große und einschneidende Erfahrung für uns und wir möchten jedem empfehlen, der eine persönliche Herausforderung sucht oder der sich für die Situation in der Westsahara interessiert, an diesem Marathon teilzunehmen.

(Bericht von Manuela Zeppitz)

 

Noch ein paar Fotos:

die große Ehre Henna zu bekommen...

Tee kochen ca. drei Mal am Tag (zu je drei Tassen)...

kurzer Trip durch Madrid...

traditionell gekleidet mit unserer Gastmutter...

Kamel...

Ergebnisse: http://www.saharamarathon.org/races/results-2015/

Den heurigen Wings For Life World Run bestritten wir Eisners, Markus und ich, in Begleitung unseres Wheelchair-Drivers Helmut in Slowenien. Nachdem wir die Anmeldung für St. Pölten etwas verpennt haben, fuhren wir bei etwas trübem, aber im Grunde perfektem Laufwetter, über den Seeberg Sattel nach Laibach. Dort trafen wir Marijan bei seinem Catcher Car und durften exklusiv an den Startbereich für ein paar Schnappschüsse. Gestartet haben wir drei das Rennen gemeinsam etwas weiter hinten, damit Helmut gut durch den Starttrubel kommt. Schon nach ca. 1 KM war aber die Fahrt für ihn frei und so begannen Markus und ich mit unserem „geplanten“ Tempo. Trügerisch bei der ganzen Sache war für uns, dass die ersten 10 KM leicht fallend waren und ab da im Grunde immer leicht ansteigend. Dadurch wurden wir anfangs zu einem für uns höherem Tempo verleitet und konnten so zwar unsere angestrebten Ziele erreichen, aber beim Endspurt gegen Marijan und das Catcher Car fehlte dann doch etwas die Kraftreserve (oder hat Marijan nochmal aufs Gaspedal gedrückt). Helmut konnte bei seinem ersten Rennen im Rollstuhl (normale Ausführung) 7,02 KM erreichen, Markus lief 14,51 KM und ich konnte das Vorjahresergebnis verbessern und lief auf 19,72 KM. Neben dem positiven Gefühl bei einer extrem guten Sache dabei gewesen zu sein, war es für mich ein kleiner, persönlicher Erfolg einen Roman Stary oder einen Daniel Mesotitsch hinter mir gelassen zu haben. Nächstes Jahr sind wir drei – und vielleicht noch der oder die andere auch – wieder bei diesem Rennen dabei. Nach dem Motto -  RUNNING FOR THOSE WHO CAN’T

 

Nachdem in Kärnten oder Umgebung leider im Jänner noch keine Läufe veranstaltet werden, suchte ich (Norbert Zeppitz) etwas weiter weg nach einem Testlauf für den Sahara-Marathon in 4 Wochen. Leider musste Christian Müller verletzungsbedingt passen und so reiste ich am Samstag alleine nach Wien, um standesgemäß am LCC-Eisbärlauf im Wiener Prater teilzunehmen. Die Strecke führt in 3 7-km-Runden (es gibt auch die Möglichkeit 7 oder 14 Kilometer zu bestreiten) durch den Prater, wobei ein Großteil auf der Hauptallee bestritten wird. Sehr flach, genau vermessen, bester Untergrund, aber natürlich auch sehr fad. Der Wetterbericht versprach Temperaturen um 0°, etwas Schnee und doch recht kräftigen Wind (35 km/h!).

Nach dem Einlaufen ordnete ich mich mit etwa 1200 anderen Athleten (300 Halbmarathonläufer) auf der Startlinie ein. Von Anfang an konnte ich, trotz stressigen letzten Wochen und etwas mauem Gefühl, einen guten Rhythmus mit einem Tempo um die 3:50 / km finden. Nach dem 1. Kilometer in Richtung Südost wurde mir aber auch gleich klar, warum: Der Nordwestwind sorgte für leichten Schub von hinten und nach 2,5 Kilometern schwenkte man vollends gegen die Windrichtung vom Praterstern aus ein. Zudem sind die 2 Kilometer zum Praterstern rauf sehr gerade, sodass ich dort etwas an Tempo verlor. Zurück gings dann natürlich lockerer und so konnte ich die 1. Runde mit 27:14 sogar in Richtung persönliche Bestzeit beenden. Da aber immer mehr Mitläufer (7- und 14-km-Läufer) ausstiegen, wurde der Lauf immer einsamer und dadurch vor allem auf der Gegenwind-Gerade sehr mühsam. Nach 2 Runden wieß die Marschtabelle schon Richtung 1:23, was aber immer noch gut in den vorgegebenen Plan von knapp unter 1:25 passte.

2 Energie-Gels sorgten für einen zusätzlichen kleinen Schub, bei Kilometer 17 konnte aber von hinten eine Gruppe heranlaufen, die sich den Windschatten etwas teilen konnte. So hängte ich mich in deren Sog, was aber aufgrund schwindender Kräfte durch die vielen Kilometer im Wind nicht so einfach war. Den psychologisch wichtigen Umkehrpunkt konnte ich so aber leichter erreichen. Die letzten beiden Kilometer konnte ich dann wieder mit einem Schnitt um die 4 Minuten pro Kilometer laufen, musste aber trotzdem noch einen Konkurrenten ziehen lassen. Dennoch rettete ich eine für diese Bedingungen gute 1:23:51 (19. Gesamt, 8. Klasse) ins Ziel, was unter Berücksichtigung einiger mentaler Absacker und auf jeden Fall genau vermessener Strecke gute Form für die Sahara erahnen lässt. Die Reise zum "Heimrennen" hat sich für mich als Inkognito-Eisbären sicherlich gerechnet!

Bericht: Norbert Zeppitz

Ergebnisse: http://results.pentek-timing.at/results/show_results_db.php?veranstnr=12594&racenr=3

Traditionell zum 1. Mai fand auch heuer wieder der Kömmel- Fitnesstag in der Nähe von Bleiburg statt. Dabei galt es 7,8 km und ca. 600 Hm zu Fuß, laufend oder mit dem Bike zu bewältigen. Insgesamt fanden sich 135 Teilnehmer am Fuße des Kömmels ein. Die Strecke ist sowohl für Hobbysportler, als auch für ambitionierte Wettkämpfer immer wieder eine große Herausforderung. Viele haben bereits aus den Vorjahren eine persönliche Bestzeit stehen, die natürlich alle Jahre unterboten werden möchte! So nahm auch eine kleine Delegation unserer LGS mit Präsident Hans Enzersfellner, Afet Cerimi und mir (Christian Müller) den Kömmel in Angriff.

Nachdem ich in den letzten Monaten mehr am Rad als mit den Laufschuhen unterwegs war, setzte ich mir zum Ziel meine pers. Kömmelbestzeit von 29:50 min aus dem Jahr 2012 zu unterbieten. Dies ist mir mit 28:06 min und den gesamt 4. Platz auch erfreulicherweise gelungen. Die Sieger Kurt Cottogni und Christoph Hochmüller waren eine Klasse für sich und waren bereits nach wenigen Kilometern nicht mehr zu sehen. Gegen Christopher Harrich, der mich nach einer tollen Aufholjagd knapp vor dem Ziel noch einholte, hatte ich im Zielsprit knapp das Nachsehen und so war der Stockerlplatz dahin. Ceri konnte sich trotz großem Materialnachteil (ca. 14 kg MTB und katastrophaler Sitzposition ;-)) hervorragend im Mittelfeld schlagen.

Bei den Läufern sah ich schon bei der Startanmeldung, dass mein Streckenrekord von 36:22 min aus dem Vorjahr wohl der Vergangenheit angehören wird. Mit Erwin Kozak, Raphael Dobnik, Gernot Hammer und Christian Kressnik waren gleich 4 Spitzenläufer am Start, denen allen der Rekord zuzutrauen war. Am Ende setzte sich Erwin Kozak in der tollen Zeit von 35:04 min vor Raphael Dobnik und Gernot Hammer durch.

Am Ende möchte ich den Veranstaltern der Heiligengraber Gemeinschaft wieder ganz herzlich zum Kömmel- Fitnesstag gratulieren. Das Zielbuffet war ein Hammer und lies keine Wünsche offen. Für das nächste Jahr wünschen wir euch wieder besseres Wetter und eine Teilnehmerzahl jenseits der 200!!!

Grüße an alle aus Illulissat im Westen Grönlands! Anbei ein paar Gedanken von mir zu den turbulenten letzten Tagen:

Nach den Rennen im August (Ulrichsberg und Kärnten Läuft) war ich ja aufgrund meiner - für meine Ansprüche und mein Leistungsvermögen - äußerst schwachen Leistungen doch eher niedergeschlagen und spielte auch schon mit dem Gedanken, vom Laufsport auf eine andere Ausdauersportart zu wechseln um zu sehen, was ich dort so erreichen kann. Aber Vorbereitung ist nun einmal Vorbereitung und wenn die Tagesform zudem nicht passt, dann kommen halt manchmal schlechte Resultate zusammen. Und unser LGS-Sportwissenschafter Peter Stern schaffte es wie immer meisterhaft, mich auf den Saisonhöhepunkt gezielt vorzubereiten und die Wettkampfleistungen am Reisberg sowie in Moosburg so wie die Trainingswerte im Vergleich mit vorherigen Herbst-Hauptwettkämpfen ließen auf eine optimale Form gegen Ende Oktober hoffen.

Etwas Kopfzerbrechen bereitete mir natürlich noch die Auswahl geeigneter Ausrüstung, was bei einem Stadtmarathon bei durchschnittlichen Temperaturen ja eher trivial ist. Hier konnte mir mein Freund Alex Tauchhammer, Veteran von Rennen wie ebendiesem Polar Circle Marathon, dem Nordpol-Marathon und dem Antarktis-Marathon, einige wichtige Tipps geben. Den Rest reimte ich mir selber zusammen. Die Wettervorhersage prophezeite sehr kalte Temperaturen von weniger als -20° C, für die ich mich zugegebenermaßen NICHT ausgerüstet hatte. Aber wie immer: Wenn's läuft, dann läuft's, und so pendelten sich die Temperaturen so um die -12° C mit wenig Wind ein, worauf ich gut eingestellt war. Mein alter Spruch "Wenn einem kalt ist, dann läuft man zu langsam" traf auf meine Ausrüstung zu. Manche meiner Vereinskollegen (ihr wisst, welche gemeint sind!) würden mit derartiger Ausrüstung einen Halbmarathon bei +10° oder einen Berglauf bei +15° bestreiten: Gewöhnliche Trailschuhe (kein Gore-Tex!), kurze Gamaschen, Kompressionsstutzen, innen aufgerauhte Lauftight (kein Futter!), dünne Laufkappe, dünne Handschuhe mit optional überziehbarem Windschutz, dünnes Halstuch und 3 Lagen Oberbekleidung (langes X-Bionic-Shirt dass bei Nässe warm und nicht kalt wird, innen aufgerauhter Odlo-Pullover vom Berglaufcup 2011 und unsere rote LGS-Windstopper-Jacke von Odlo), alles in allem also eher die Billig-Variante von Ausrüstung und dennoch an der obersten Grenze des zumutbaren, denn bei nur einer zusätzlichen Wärmekomponente wäre ich zerflossen.


Von einigen der Laufkollegen wurde ich vor dem Rennen schon als einer der großen Favoriten auf den Sieg auserkoren. Das war natürlich einerseits eine große Ehre, andererseits aber natürlich auch etwas belastend. Unter Druck entstehen Diamanten, aber natürlich kann falsch platzierter Druck auch einen Diamanten in Kohlestaub verwandeln.

Über den Verlauf des Rennens wurde eh schon anderweitig viel berichtet, einige Gedanken möchte ich da aber noch ergänzen:

  • Die Taktik war ein vorsichtiger Start auf den schwierigen ersten paar Kilometern und man sollte sich an seine Taktik halten. Ich habe das getan.
  • Peter Sterns Trainingspläne beinhalten oft Läufe im tief verschneiten Wald. Ich war wohl der Einzige der Sieg-Aspiranten, der diese Erfahrung hatte und nutzen konnte.
  • Wenn man auf Zeit oder Platzierung läuft dann MUSS man im Laufen trinken können. Jede Labestation verschaffte mir einen gewaltigen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, die oft stehenblieb und dann bei der Aufholjagd unnötig Kraft verpulverte.
  • Nachdem ich alles von vorne lief, hatte ich den Eindruck, dass der mir folgende Däne stärker war als ich und nur darauf wartete, das Rennen später mit einer beherzten Attacke locker für sich zu entscheiden. Das stimmte nicht, aber so oder so: Auf dem 1. Halbmarathon muss man sein eigenes Tempo finden, auf seine Stärken vertrauen und sich im Rahmen seiner Möglichkeiten bewegen.
  • Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie der Däne ausgesehen hat, der so lange mit mir um den Sieg gekämpft hat. Ich habe ihn einfach nicht angesehen, jetzt nicht aus Arroganz, sondern weil es in jedem Rennen nur darum geht, dass man aus sich selber 100% herausholt. Wenn man das schafft, wird das Ergebnis immer zu 100% den realistischen Erwartungen entsprechen. Was platzierungsmäßig drin ist, hat man nicht selbst in der Hand, aber die eigene Leistung schon.
  • Manche Läufer berichteten mir, dass sie komplett überrascht waren, dass der Lauf nicht flach war. Man muss sich aber - besonders bei schweren Läufen - so gut informieren, dass man sich auch auf die Gegebenheiten der Strecke vorbereiten und einstellen kann.
  • Mit der Angst im Nacken, doch noch eingeholt zu werden, läuft es sich zwar nicht sonderlich gemütlich, aber das ist immer noch besser als gar keinen Antrieb zu haben, das Letzte aus sich rauszuholen.
  • Das Allerschönste an einem Marathon ist der letzte Kilometer. Wer diese wunderbare Euphorie der körperlichen Belastung und emotionalen Ausnahmesituation noch nicht erlebt hat, der sollte sich dringend daran machen, auch einen Marathon zu  bestreiten (natürlich mit entsprechender Vorbereitung!). Mein Puls war auf den letzten Metern sehr hoch, ich konnte aber keinen Schmerz spüren, flog dahin wie bei einem lockeren Sonntagmorgentraining.

Vielen Dank für all eure Anfeuerungen vor dem Rennen, Glückwünsche zum Marathonsieg und herzlichste Grüße aus Grönland.

Bericht: Norbert Zeppitz

Ergebnisse: http://live.ultimate.dk/desktop/front/?eventid=2502&language=us

Bilder: https://plus.google.com/photos/105609346902245943031/albums/6074902296524542641?banner=pwa&authkey=COCik4uJl67cjwE

Nachdem ich seit dem Sahara-Marathon nur noch trainiert hatte, wurde nach fast 2-monatiger Wettkampfpause wieder notwendig, die Form einmal bei einem Wettkampf zu testen. Trotz nur wenigen schnellen Einheiten meldete ich mich für den 5-km-Bewerb des Klagenfurter Feuerwehrlaufes an. Meine 5-km-Bestzeit datiert noch aus dem Jahre Schnee (2012) und so hoffte ich, endlich die 5 Kilometer standesgemäß unter 19 Minuten laufen zu können. Die Strecke entlang der Villacher Straße eignet sich dafür perfekt. Man läuft 2 Mal von circa Höhe ORF-Landesstudio bis zur Steinernen Brücke und zurück und abgesehen von den engen 180°-Wenden und der kleinen Steigung bei der Unterführung gibt es keine Ausreden, keine Bestzeit zu laufen.

Dementsprechend aggressiv startete ich mit gutem Gefühl bei allerbestem kühlen Laufwetter in den Bewerb. Die 1,25 Kilometer bis zur 1. Wende legten wir mit Kurs auf unter 18 Minuten zurück. Ich konnte mich gut in der 2. Gruppe positionieren. Das Tempo war zwar etwas hoch, doch ich wollte wirklich - wie auf kurzen Distanzen notwendig - alles riskieren und so blieb ich in der Gruppe, die auch zur Halbzeit noch auf Kurs 17:59 unterwegs war. Auch die 3. Länge entlang der Lend blieb konstant schnell, bei der Unterführung konnte ich sogar ein paar Meter Vorsprung herausholen. Dass dieser jedoch gleich nach der Wende wieder geschlossen wurde gab mir einen massiven Knacks. Trotzdem kämpfte ich mich im Windschatten des 10-km-Läufers Gerhard Stromberger in Richtung Ziel und konnte in 18:24 als 4. Gesamt, 2. in der Klasse, einlaufen. Positiv: Persönliche Bestzeit um 42 Sekunden unterboten. Negativ: Nur 7 Sekunden hinter Rang 3, 13 Sekunden hinter Rang 2. Ich hatte irgendwie das gesamte Rennen den Drehzahlbegrenzer drin, normalerweise sollten auf dem letzten Kilometer noch ein paar Pulsschläge Reserve drin sein. Auch die letzte Überwindung für die härtesten Rennabschnitte fehlt sicher noch.

Mit dem Gesamt-5. Arno Andrejcic habe ich aber bereits für den 5-km-Altstadtlauf ein weiteres Duell ausgemacht. Mit etwas schnellem Training und ein paar Wettkämpfen in den Beinen sollte noch etwas mehr drin. Sonst kann man den Lauf nur loben: Toll organisiert, lediglich die Siegerehrung ließ eine halbe Stunde länger auf sich warten als angekündigt. Es gab dort Pokale, aber immerhin keine Standardpokale sondern formschöne mit stilisierter Flamme. Auf jeden Fall ist der Lauf weiterzuempfehlen, auch wenn der 10-km-Lauf mit 4 Längen auf und ab sicher etwas eintönig werden kann.

Bericht: Norbert Zeppitz

Ergebnisse: http://www.berufsfeuerwehr.at/feuerwehrlauf/wertung.html

Fotos: http://www.berufsfeuerwehr.at/feuerwehrlauf/wertung.html sowie https://www.pictrs.com/event-gucker/3701986/klagenfurter-feuerwehrlauf-2015?l=de

Heute feiert unser Urgestein Michael Mistelbauer seinen - man glaubt es kaum, wenn man seinen Elan kennt - 50. Geburtstag!


Nachdem er früher auch bei Wettkämpfen vor allem auf der Straße auf Distanzen bis zum Marathon brillieren konnte, hat er seinen Fokus in den letzten paar Jahren mehr und mehr vom aktiven Laufen auf die hervorragende Organisation von Läufen wie dem 24-Stunden-Lauf am Klopeiner See, dem Sie-&-Er-Lauf oder dem Frauen-laufen-für-Frauenlauf mit Benefizkonzert verlagert.

Wir wünschen unserem Michael viel Gesundheit für die nächsten 50 Jahre und weiter gutes Gelingen bei der Führung des Vereins, der Organisation von Läufen und beim baldigen Wiedereinstieg in den Wettkampflaufsport ;-)